Wie Wissenschaftler von der Ohio University herausfanden, kann eine Kombinationstherapie aus Antidepressiva und Techniken zur Stressbewältigung Patienten helfen, die unter chronischen Spannungskopfschmerzen leiden. Einer Studie aus dem Journal of the American Medical Association zufolge konnten beide Therapien einzeln eingesetzt zu deutlichen Verbesserungen bei Betroffenen führen. Mit Hilfe der Kombinationstherapie wurden aber die größten Erfolge erzielt und die Häufigkeit der Kopfschmerzen konnte bis zu 50% reduziert werden.
Die Wissenschaftler unter Leitung von Ken Holroyd , Professor für Psychologie, hatten 203 Probanden, die durchschnittlich an 26 Tagen im Monat an Spannungskopfschmerzen litten, über drei Monate hinweg mit vier verschiedenen Methoden behandelt. Sie erhielten entweder das Antidepressivum Amitriptyline, eine Stressbewältigungstherapie, eine Kombination der beiden oder eine Placebo-Therapie. Während bei dem einzelnen Einsatz der Therapiemethoden nur einem Drittel der Patienten geholfen werden konnte, führte die Kombinationstherapie bei über 60 Prozent zum Erfolg.
Im Rahmen der Antistress Therapie wurden Dehnungsübungen und Entspannungstechniken eingesetzt. Das Antidepressivum Amitriptyline wurde in seiner Dosierung dem individuellen Behandlungsverlauf angepasst und schrittweise reduziert. Die Wissenschaftler haben noch keine genauen Kenntnisse über die Wirkungsweise des Medikaments, gehen aber davon aus, dass es die Übertragung der Schmerzsignale zum Gehirn dämpft.
Die medikamentöse Behandlung brachte den Patienten schnellere Linderung ihrer Schmerzen. Die Gruppe, die eine Antistress Therapie erhielt, zeigte aber die gleichen positiven Resultate, nachdem die Patienten gelernt hatten, die ersten Anzeichen des Schmerzes zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Die Teilnehmer der Kombinationstherapie waren auch zwölf Monate nach Abschluss der Studie noch in der Lage, ihren Schmerz ohne Medikamente zu kontrollieren. Das Ziel sei es deshalb, so Holroyd ,die medikamentöse Behandlung schrittweise durch die Verhaltenstherapie zu ersetzen.
An Spannungskopfschmerzen, die bilaterale Schmerzen in Kopf und Nacken verursachen, leiden ungefähr 45 Mio. Amerikaner, die jährlich 4 Milliarden Dollar für Schmerzmedikamente ausgeben. Die regelmäßige Einnahme von Analgetika führt jedoch die Betroffenen in einen Kreislauf, der durch die Anpassung des Körpers zu einer immer erhöhten Medikamentendosis führt, um den Schmerz zu bekämpfen. Dieser Kreislauf muss gebrochen werden, wenn man den Schmerz wirkungsvoll bekämpfen will, stellt Holroyd fest.
Marion Herzog




