Sollte es tatsächlich gelingen, mit Hilfe embryonaler Stammzellen Krankheiten wie Parkinson zu heilen, hätte eine solche Therapie möglicherweise massive Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Patienten. Darauf haben Hirnforscher und Psychologen auf einer Tagung über humane Stammzellen der Technischen Universität Darmstadt hingewiesen. Der Bonner Arzt, Psychiater und Philosoph Kai Vogeley forderte Zulassungsbeschränkungen für die Transplantation von Gehirnzellen.
Auch wenn es im Gehirn keine gesonderte Region gebe, die für Persönlichkeit und Bewusstsein zuständig sei, so spielten die verschiedenen Hirnteile doch eine unterschiedlich starke Rolle bei der Ausbildung von Identität, sagte er auf der Uni-Tagung im südhessischen Heppenheim. Eingriffe in diese “kritischen” Hirnregionen seien daher besonders heikel.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hatte am Donnerstag in Bonn der Arbeit mit embryonalen Stammzellen aus “überzähligen” Embryonen zugestimmt. Sie sprach sich jedoch ganz klar gegen das Klonen von Menschen und auch gegen das therapeutische Klonen aus.
Von vielen missgebildeten Tieren nach Klonversuchen berichtete auf der Uni-Tagung Katja Prelle vom Lehrstuhl für molekulare Tierzüchtung und Haustiergenetik der Ludwigs-Maximilian-Universität München. Dort wurde Ende der 90er Jahre Deutschlands erste Klon-Kuh “Uschi” erzeugt. Dafür hatten die Forscher laut Prelle hunderte von Eizellen und Zellkerne “verbraucht”. Viele der so erzeugten Kälber konnten nicht stehen, mussten künstlich beatmet werden und starben früh.
Bei allen bisher geklonten Tieren, wie Schafen, Kühen, Mäusen und Schweinen seien diese typischen Defekte aufgetreten, sagte Prelle. Sie hält es daher für wahrscheinlich, dass es ähnliche “Fehlprogrammierungen” auch beim so genannten therapeutischen Klonen beim Menschen gäbe, das auf einem ähnlichen Verfahren beruht.
dpa





