Etwa hundert Menschen starben bisher an der durch BSE entstandenen Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit. Möglicherweise ist das nur die Spitze des Eisbergs. Versuche an Mäusen haben inzwischen gezeigt, dass nicht nur ein bestimmtes Risikogen entscheidend dafür ist, ob BSE-Symptome auftreten, sondern eine Kombination aus mehreren Genen.
Wissenschaftlern des University College in London fiel auf, dass Versuchsmäuse, die allesamt das Risikogen trugen, BSE-Symptome zu sehr unterschiedlichen Zeiten entwickelten. Manche wurden nach 99 Tagen krank, andere erst nach 270 Tagen. Die Forscher schlossen daraus, dass noch andere Gene eine Rolle spielen. “Abhängig von der jeweiligen Genkombination treten die Symptome früher oder später auf”, resümierte der Neurogenetiker John Collinge.
Auf das Krankheitsrisiko für den Menschen übertragen bedeutet das, dass künftig noch viel mehr Menschen an der Creutzfeld-Jakob-Krankheit sterben werden. Zunächst waren die Forscher davon ausgegangen, dass ein bestimmtes Gen, das für die Produktion des Prion-Proteins zuständig ist, bei manchen Menschen in einer “bösartigen” Variante vorkommt. Die bisherigen Opfer der Krankheit waren alle Träger dieses “MM”-Gens. Menschen mit der sehr viel häufigeren “MV” Variation des Gens schienen nicht anfällig für die Creutzfeld-Jakob-Krankheit zu sein. Heute sagen die Wissenschaftler, dass die “MV”-Variante allein möglicherweise nicht reicht, um gegen BSE-Symptome zu schützen.
Gabriele Dinkhauser





