Amerikanische Forscher haben auf der südostasiatischen Insel Borneo eine neue Raubkatzenart ausfindig gemacht: Die Borneo- Nebelparder genannte Großkatze zeigt deutliche Unterschiede in Fellmuster und genetischen Merkmalen im Vergleich zu ihrem Verwandten auf dem asiatischen Festland, hat Stephen O’Brien vom amerikanischen Krebsforschungszentrum in Frederick herausgefunden. Beide Nebelparder hatten Forscher bislang einer Art zugeordnet, obwohl die Unterschiede in der Fellstruktur mit bloßem Auge deutlich zu erkennen sind.
Die Forscher untersuchten die genetische Variabilität verschiedener Tierarten in Südostasien. Bei der Analyse der Erbsubstanz DNA fanden sie 40 wesentliche genetische Unterschiede zwischen den Erbinformationen des Festland-Nebelparders und des Borneo-Nebelparders. Im Vergleich: Zwischen einem Löwen und einem Leoparden bestehen 56 solcher Abweichungen. Aus den genetischen Informationen schließen die Forscher, dass sich beide Arten vor rund 1,4 Millionen Jahren getrennt haben mussten.
Erst mit dieser Entdeckung wiesen die Forscher auch den Unterschieden des Fells beider Tierarten Bedeutung zu. Der Nebelparder auf Borneo ist grauer und dunkler als sein Verwandter vom Festland. Auch ist die wolkenartige Musterung anders: Der Borneo-Nebelparder hat kleinere und mehr gepunktete Markierungen. Außerdem läuft ein Doppelstreifen über den Rücken. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich mit 5.000 bis 11.000 Tieren auf Borneo und 3.000 bis 7.000 Exemplaren auf der Insel Sumatra. Die Großkatzen fressen Affen, Rehe, Vögel und Echsen. Die Nebelparder haben unter den Raubkatzen die längsten Fangzähne, die bis zu 4,5 Zentimeter lang werden.
New Scientist, OnlinedienstMitteilung des WWF ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer





