Bei den auf den indonesischen Inseln Borneo und Sumatra lebenden Nebelpardern handelt es sich um eine eigene Spezies. Das haben US-Biologen um Stephen J. O’Brien vom National Cancer Institute in Frederick mithilfe von DNA-Analysen entdeckt. Danach unterscheiden sich die Raubkatzen auf den Inseln von ihren Verwandten auf dem Festland so stark wie Löwen und Tiger. Die Wissenschaftler fanden in den Erbanlagen der Tiere rund 40 Unterschiede.
Die auf den Namen Neofelis diardi getaufte Art ist schon seit 1821 bekannt und wird von den Einheimischen als „Baumtiger” bezeichnet. Da die Nebelparder jedoch nachtaktiv und sehr gut getarnt sind, ist es für O’Brien nicht verwunderlich, dass sie erst jetzt als eigenständige Spezies identifiziert werden konnten. Er schätzt, dass es auf den Inseln insgesamt zwischen 8000 und 18 000 Exemplare gibt. Vermutlich haben sich die Katzen vor rund 1,4 Millionen Jahren von der Festland-Population getrennt.
Nebelparder werden etwa so groß wie Schäferhunde und ähneln vom Körperbau her Leoparden. Ihr Fell hat jedoch größere, verwaschener wirkende Flecken. Besonders auffällig sind die etwa 4,5 Zentimeter großen oberen Eckzähne, die im Verhältnis zur Körpergröße länger sind als bei jeder anderen lebenden Katzenart.





