Eine einfache und billige Methode der Malariakontrolle für Südasien haben englische Wissenschaftler entwickelt und im Fachblatt The Lancet beschrieben. Danach ist es für die betroffenen Viehbauern sinnvoller, zur Bekämpfung der krankheitsübertragenden Mücken ihre Tiere regelmäßig mit einem Insektizid einzureiben, anstatt wie bisher ihre Wohnungen damit einzusprühen.
Die Versuche fanden in Siedlungsgebieten afghanischer Flüchtlinge im Nordwesten Pakistans statt. Mark Rowland von der London School of Hygiene and Tropical Medicine hatte herausgefunden, dass die dort für die Übertragung der Malaria verantwortlichen Anopheles-Mücken sich überwiegend von tierischem Blut ernähren. Daher wurde versuchsweise das Vieh regelmäßig mit dem Insektizid Deltamethrin eingerieben.
Es zeigte sich, dass diese Anwendung gegen die Anopheles-Mücken genauso wirksam war, wie das bisher praktizierte Einsprühen der menschlichen Behausungen. Die neue Methode war sogar um 80 Prozent billiger, verminderte zusätzlich den Befall mit Zecken und bewirkte eine Gewichtszunahme sowie eine höhere Milchproduktion der Tiere. Das Fleisch blieb dabei frei von dem Insektizid.
“Wir glauben, dass die Behandlung des Viehbestands als neue Methode im Kampf gegen die Malaria dort einsetzbar ist, wo der Überträger sich hauptsächlich vom Blut der Tiere ernährt”, sagt Rowland. Für Malariaregionen in Afrika ist die Methode nicht anwendbar, da dort andere Arten von Anopheles-Mücken die Krankheit übertragen.
Joachim Czichos





