Den gefährlichen Leberkrebs behandeln Ärzte der Berliner Charite jetzt mit einem Verfahren, das die Injektion der Chemotherapeutika direkt über die Leberarterie erlaubt.
Dazu führen die Mediziner unter örtlicher Betäubung einen sehr dünnen Katheder an der Leiste des Patienten in die Leistenarterie ein und schieben ihn von dort aus bis in die Leberarterie und damit bis zum Lebereingang vor. In der Leiste wird der Katheder mit einer unter der Haut befestigten, daumennagelgroßen Kammer verbunden. In diesen so genannten Port kann das Medikament injiziert werden. Es gelangt dann über den Katheder direkt in die Leber.
Seit der ersten Anwendung des Portsystems vor zwölf Monaten sind bereits 38 Patienten auf diese Weise ambulant behandelt worden. Ein Abbruch der Therapie war in keinem der Fälle notwendig. Vielmehr scheint die Verträglichkeit der aggressiven Chemotherapeutika trotz ihrer hoher Konzentrationen in der Leber gestiegen zu sein. Bisher wurden die Medikamente meist in eine Vene des Patienten injiziert und mit dem venösen Blut zur Leber transportiert. Manche Präparate sind auch in Tablettenform verfügbar. Beide Behandlungen haben jedoch den Nachteil, dass die Wirkstoffe neben ihrem Zielorgan “Leber” auch das Gewebe anderer Organe angreifen.
Bislang waren sämtliche Versuche gescheitert, die Medikamente über die Leberarterie zu injizieren. Vor allem technische Schwierigkeiten machten häufig den Abbruch der Therapie nötig. Die Berliner Ärzte führen ihre Therapieerfolge deshalb auch auf die verwendete Technik zurück: So setzen sie etwa sehr dünne Katheder ein, wie bei Eingriffen im Gehirn. Darüber hinaus können sie mit Hilfe einer kleinen Kamera am “Kopf” des Katheders den Weg von der Leisten- in die Leberarterie überwachen. Ob sich auch die Überlebenszeit der Patienten durch die intra-arterielle Chemotherapie verlängern lässt, muss allerdings noch abgewartet werden.
pte





