Hochkonzentrierte Apfelaromen sollen weibliche Apfelwickler (Raupen) in die Aromafalle locken. Diese Methode der biologischen Schädlingsbekämpfung entwickelten drei Schüler an der Fachhochschule Revensburg-Weingarten. Sie stellten mit modernster Membrantechnik hochkonzentrierte Apfelaromen her.
Das ursprüngliche Ziel des Gemeinschaftsprojektes der Fachhochschule und der Edith-Stein Schule in Ravensburg war eine gezielte Geschmacksverbesserung eines Apfelsaftkonzentrats gewesen. Mit Hilfe einer Membran konnten die 19-jährigen Schüler Judith Wagner, Reinhard Wahl und Christian Jäger bestimmte Aroma- und Geschmacksstoffe aus Fruchtsäften abtrennen und hoch konzentrieren. Später sollten die Stoffe dann für die Apfelsaftherstellung wieder verdünnt werden.
Die Schüler stellten sich jedoch die Frage, was man mit Aromastoffen noch so alles anstellen könnte. In Fruchtsäften, als Duftkomponente in Tongefäßen oder als Zusatz in Backpulvern, Teebeuteln, Joghurts, Eiscremes, Marmeladen und Putzmitteln werden bereits Aromastoffe eingesetzt. Blieb noch die Idee mit der Aromafalle. Für männliche Falter sind Fallen mit Sexualduftstoffen bereits bekannt. Die weiblichen Apfelwickler hingegen werden nach wie vor mit Leim- oder Pappringen gefangen. Eine kostspielige und umständliche Methode.
Die Schüler hoffen nun, dass sich die Raupen, die Äpfel mit Hilfe ihres Geruchssinnes ausmachen, von ihrer Aromafalle mit dem “Power-Aroma” überlisten lassen. Auf einer Apfelplantage in Bavendorf wird die Falle jetzt erstmals getestet. Fallen die Raupen darauf herein, so haben die Schüler eine neuartige Methode der biologischen Schädlingsbekämpfung entwickelt.
Birgit Kahler





