Geringe Mengen des Nervengifts Botulin lindern quälende Spannungskopfschmerzen durch Entspannung der Muskeln. Der Typ A der nervenlähmenden Substanz erschlafft gezielt die Muskeln, die die Kopfschmerzen auslösen und aufrechterhalten. Dies berichtete Neurophysiologin Christina Burch von der Universitätsschule für Medizin in Saint Louis. Die meisten Patienten haben bis zu drei Monate nach der Behandlung seltener Kopfschmerzen, und die Intensität der Schmerzen ist geringer.
Fast 80 Prozent der Amerikaner leiden chronisch oder periodisch an Spannungskopfschmerzen im Stirnbereich, die sich von gewöhnlichen Kopfschmerzen und Migräne unterscheiden. Patienten mit Spannungskopfschmerzen empfinden eine schmerzhafte Anspannung in unterschiedlichen Bereichen des Kopfes. In der Stirngegend kann Stirnrunzeln zur Gewohnheit werden und die Symptome verschlimmern.
Das Forscherteam von Burch behandelte 41 Versuchspersonen, die mindestens zwei Mal pro Woche über Spannungskopfschmerzen im Stirnbereich klagten. Die Experten spritzten an acht Stellen zwischen Augenbraue und Haaransatz entweder geringe Mengen des Gifts Botulin oder ein Präparat ohne Wirkung. Die Behandlung mit dem Nervengift verringerte in den nächsten drei Monaten die Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzen. Außerdem konnten die Patienten die Schmerzen leichter kontrollieren. Da Botulin jedoch eine natürliche Substanz ist, könnte das Gift in Zukunft seine Wirkung im menschlichen Körper verlieren.
Botulin ist das Gift des Bakteriums “Clostridium botulinum”, das sich in mangelhaft sterilisierten Konserven von Wurst, Fleisch, Fisch oder Gemüse vermehrt. Der Verzehr löst eine gefährliche Lebensmittelvergiftung aus, da Botulin die Freisetzung von Botenstoffen im Gehirn blockiert.
Der “Botulismus” beginnt mit Erbrechen, Augenmuskellähmungen und Schluckbeschwerden. Eine zentrale Atemlähmung führt in vielen Fällen zum Tod.
Heike Heinrichs





