Der Mehltaupilz ist im Getreideanbau gefürchtet. Experten schätzen, dass in manchen Jahren hierzulande bis zu 35 Prozent der Ernte durch Mehltau-Befall verloren gehen. Nur bei der Gerste gibt es seit etwa 60 Jahren so genannte mlo-Mutanten (mycoplasma-like organism), die vor dem Pilzbefall geschützt sind. Die Besonderheit dieser Resistenz ist, dass sie nicht durch ein Resistenzprotein hervorgerufen wird, sondern dadurch, dass umgekehrt ein bestimmtes Protein fehlt. Inzwischen wird resistente Gerste in rund der Hälfte aller Kulturen Mitteleuropas angebaut. Bei anderen Pflanzenarten gab es dagegen bislang keine solche effektive Immunität gegen Mehltau.
Jetzt haben deutsche Wissenschaftler um Ralph Panstruga vom Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln gemeinsam mit US-Kollegen der Stanford University bei einer Mutante der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) ähnliche Anlagen gefunden. Bei der zweikeimblättrigen Arabidopsis müssen im Gegensatz zur einkeimblättrigen Gerste jedoch gleich drei mlo-Proteine ausfallen, um den Mehltauschutz zu gewährleisten.
Die Entdeckung dieser Resistenz ist für Züchtungsforscher Panstruga der Beweis dafür, dass es möglich ist, entsprechende Mutanten auch bei anderen höheren Pflanzenarten herzustellen. Derzeit versucht sein Team dies bei Tomaten.





