Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Reportagen
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Reportagen
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • natur Marktplatz

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-5855
E-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Biologie/Artikel
Natriummangel zwingt große Wildtiere zur Salzsuche
Biologie

Natriummangel zwingt große Wildtiere zur Salzsuche

In manchen Regionen und vielen Naturschutzgebieten Afrikas herrscht Salzarmut. Insbesondere die großen Pflanzenfresser – Elefanten, Giraffen und Nashörner – leiden daher oft unter Natriummangel, wie eine Studie zeigt. Die Wildtiere siedeln sich entsprechend meist dort an, wo es ausreichend Natrium gibt, oder wandern…
Autor
Claudia Krapp
10. Dezember 2025
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Biologie

Damit ihr Stoffwechsel sowie ihre Nerven und Muskeln fehlerfrei funktionieren, brauchen Pflanzenfresser regelmäßig Natrium. Nutztiere wie Schafe und Kühe erhalten deshalb seit Langem Lecksteine aus Kochsalz (Natriumchlorid) oder komplexeren Mineralmischungen, über die sie ihren Natriumbedarf decken können. Wildtiere sind hingegen darauf angewiesen, genügend dieses für sie essenziellen Elements über ihre pflanzliche Nahrung oder über natürliche Mineralquellen aufzunehmen. Aber wo finden sie solche Salzquellen in ihrem Lebensraum?

Wo die größten freilebenden Pflanzenfresser der Erde – Elefanten, Giraffen und Nashörner – ihr Natrium herbekommen, hat nun ein Team um Andrew Abraham von der Northern Arizona untersucht. Die Biologen und Umweltwissenschaftler werteten dazu über 4200 Pflanzenproben aus und erstellten daraus hochauflösende Karten zum Natriumgehalt von Pflanzen in Afrika südlich der Sahara. Diese Karten verglichen sie dann mit Daten zur dortigen Populationsdichte der größten pflanzenfressenden Tiere. Zudem analysierten sie mehr als 1300 Kotproben, da sich ein Natriummangel in der Nahrung direkt im Dung nachweisen lässt. Das Team zog so Rückschlüsse auf die tatsächliche Salzversorgung dieser Arten.

Natriummangel bestimmt Siedlungsraum

Die Auswertung ergab, dass Elefanten, Giraffen und Nashörner mancherorts genug, vielerorts jedoch nur eingeschränkten Zugang zu Natrium haben. Je nach Bodenbeschaffenheit, Rückständen von Meersalz, Niederschlagsmustern, Klima und Pflanzenvielfalt gibt es sehr unterschiedlich viel Natrium auf dem afrikanischen Kontinent. „In Afrika variiert die Natriumverfügbarkeit in Pflanzen von einer Region zur anderen um das 1000-Fache“, berichtet Co-Autor Marcus Clauss von der Universität Zürich. „Wilde Pflanzenfresser können deshalb in einigen Gebieten einfach nicht genug Salz über ihre Nahrung aufnehmen.“ Elefanten, Giraffen und Nashörner leben deshalb vor allem dort, wo es genug Salz gibt. Das ist tendenziell eher in küstennahen, flachen und niedriggelegenen Regionen des südlichen Afrikas der Fall, wie die Daten belegen.

Diese Befunde könnten erklären, warum in Westafrika und Teilen Zentralafrikas nur wenige dieser großen Pflanzenfresser leben. Dort gibt es zwar zahlreiche Pflanzen und Tierarten, jedoch nur wenige Megaherbivoren wie Elefanten, Giraffen und Nashörner. Das Team um Abraham vermutet, dass der örtliche Natriummangel der Hauptgrund dafür ist. Weitere Faktoren könnten aber auch die Überjagung und geringe Bodenfruchtbarkeit in Westafrika sein. Besonders stark unter der Salzknappheit litten die größten der untersuchten Arten, wie die Forschenden feststellten. Damit bestätigen sie frühere Ergebnisse, wonach Pflanzenfresser umso stärker von Natriummangel bedroht sind, je größer ihr Körper ist.

Streit ums Salz

Durch die regionale Salzknappheit entwickeln manche großen Tiere in Afrika ein ausgeprägtes Wander- und Suchverhalten: „In Kenia etwa dringen Elefanten in Höhlen vor, um an natriumreiche Felswände zu gelangen, während sie im Kongo in Flussbetten nach Salz graben. Nashörner, Gnus sowie Zebras versammeln sich oft an Salzpfannen von der Kalahari-Wüste bis zur Maasai Mara“, sagt Abraham. Bei manchen Megapflanzenfressern kommt es auch zu Konflikten um den begehrten Rohstoff: „Gorillas liefern sich Kämpfe um besonders salzhaltige Nahrungsmittel“, so Abraham.

Künftig könnten die pflanzenfressenden Tiere in Afrika und andernorts auch vermehrt in Konflikt mit Menschen geraten. „In von Menschen besiedelten Gebieten entstehen durch Bohrlöcher künstliche Natrium-Hotspots“, erklärt Clauss. Auch durch Straßen-Streusalz, Bergbau und andere industrielle Aktivitäten entstehen künstliche Natriumquellen. Wenn die Pflanzenfresser in ihren Lebensräumen nicht genügend Natrium finden und auf der Suche nach Salz nachfolgend in bewohnte Gegenende vordringen, könnte das für beide Seiten gefährlich werden. Das müsse auch beim Natur- und Tierschutz künftig stärker bedacht werden, etwa bei der Einrichtung von Schutzgebieten, mahnen die Forschenden.

Quellen: Northern Arizona University, Universität Zürich; Fachartikel: Nature Ecology & Evolution, doi: 10.1038/s41559-025-02917-y

AfrikaElefantGiraffeNashornNatriumNatriumquellePflanzenfresserSalzSalzquelle

Mehr aus Biologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Biologie.

Alle Biologie-Artikel
Weichtier des Jahres 2026: Die Wahl ist eröffnet
Biologie

Weichtier des Jahres 2026: Die Wahl ist eröffnet

15. April 2026

Die Weichtiere (Mollusken) sind eine der vielfältigsten Tiergruppen unseres Planeten. Um dies hervorzuheben, findet alljährlich die Wahl…

Säugetier-Vorfahr legte vor 250 Millionen Jahren noch Eier
Biologie

Säugetier-Vorfahr legte vor 250 Millionen Jahren noch Eier

13. April 2026

Wie pflanzten sich die urzeitlichen Verwandten der Säugetiere fort? Ein 250 Millionen Jahre altes Fossil liefert den ersten direkten Beweis…

AutoNutri – Intelligente Nährstoffüberwachung für nachhaltige Hydroponik
Biologie

AutoNutri – Intelligente Nährstoffüberwachung für nachhaltige Hydroponik

8. April 2026

Vertikale Landwirtschaft und geschlossene Hydroponiksysteme gelten als Schlüsseltechnologien für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion.…

Welche Vorteile bieten moderne Solaranlagen 2026?
Biologie

Welche Vorteile bieten moderne Solaranlagen 2026?

4. April 2026

Das Jahr 2026 stellt für die Photovoltaik in Deutschland einen bedeutenden Wendepunkt dar. Wer heute eine Solaranlage auf dem eigenen Dach…

← Zurück zu BiologieZur Startseite