Aus übereinander gestapelten Nanorosetten besteht ein neuartiges Nanoröhrchen, das sich insbesondere in zwei Punkten von ähnlichen Entwicklungen abhebt: Das Röhrchen formiert sich von selbst aus den Nanorosetten und es zerbricht nicht in Hitze. Dies berichten Wissenschaftler von der Purdue University in West Lafayette, USA, in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences.
Chemiker um Fenniri Hicham haben Moleküle hergestellt, von denen je sechs selbsttätig einen rosettenartigen Ring bilden – zusammengehalten und angetrieben durch Wasserstoffbrückenbindungen. Die Rosetten stapeln sich dann autonom zu einem tunnelförmigen Gebilde. Diese so genannte zweifache Selbstorganisation findet bereits statt, wenn die Teilchen in Wasser gegeben werden.
“Der Vorteil der Selbstorganisation liegt darin, dass die Herstellung enorm vereinfacht wird. Die Röhrchen entstehen von alleine, spontan und dadurch auch fehlerfrei und vorhersagbar in ihrer Struktur”, erklärt Fenniri.
Wegen ihrer Struktur könnten die Röhren vielfach Verwendung finden: sie könnten etwa als Vehikel für Medikamente den Wirkstoff im Inneren beherbergen. Oder sie könnten künftig in Nanobauteilen der Elektronik oder Photonik eingesetzt werden. Denn im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Strukturen stabilisert sich die Nanoröhre unter Hitze anstatt zu zerbrechen. Sie dehnt sich lediglich etwas aus.
Susanne Donner




