Eine Kombination von Nanopartikeln mit Infrarotlicht kann Krebszellen zerstören. Das haben amerikanische Forscher an der Rice-Universität in Houston gezeigt. Benachbartes gesundes Gewebe bleibt dabei verschont. Darüber berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin “PNAS” (Online-Vorabveröffentlichung).
Das von Jennifer West und ihren Kollegen entwickelte Verfahren benutzt besondere Nanopartikel, die aus mit Gold beschichteten Siliziumteilchen bestehen. Diese metallischen Partikel absorbieren Licht im nahen Infrarot, in dem die optische Übertragung durch das Gewebe optimal ist. Dadurch kann eine gezielte Hitzemenge zum betroffenen Gewebe überführt werden.
Um die Wirksamkeit ihrer Methode zu überprüfen, bestrahlte West menschliche Brustkrebszellen in einer Lösung von Nanopartikel mit Infrarotlicht. Die Brustkrebszellen wurden dadurch geschädigt, während ebenfalls bestrahlte Kontrollzellen unverändert blieben.
Im kommenden Jahr sollen in den USA klinische Studien mit den Nanopartikeln beginnen. Als Transportmittel dienen dabei besondere Proteine, die Tumorzellen gezielt ansteuern und sich an sie binden. Die behandelten Nanopartikel werden eingespritzt und der Patient wird danach bestrahlt.
Mit den herkömmlichen Krebstherapien lassen sich oft nur gut lokalisierbare und leicht erreichbare Tumoren bekämpfen, die sich nicht in der Nähe von lebenswichtigen Geweberegionen befinden. Die Forscher hoffen deshalb, mit den Nanopartikeln auch nicht operierbare Tumoren behandeln und gefährliche Operationen vermeiden zu können.
Sandra Saladin





