Väter von vielen Kindern sind überdurchschnittlich oft übergewichtig. Das haben amerikanische Forscher in einer Studie gezeigt. Als Gründe für den Zusammenhang nennen Lori Bastian von der Duke-Universität in Durham und ihre Kollegen einen weniger von körperlichen Aktivitäten geprägten Lebensstil und eine üppigere Ernährung der Familienväter. Ihre Studie stellen die Mediziner in der Fachzeitschrift Journal of Women’s Health vor (Bd. 13, S. 85).
Frauen sagen häufig, dass sie nach einer Schwangerschaft an Gewicht zugelegt haben. Und viele Studien zeigen tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Übergewicht einer Frau und der Anzahl der Kinder, die sie zur Welt gebracht hat. Doch die Untersuchung der Mediziner von der Duke-Universität weist erstmals darauf hin, dass auch die Väter eher zu Übergewicht neigen, je mehr Kinder da sind.
Bastian und ihre Kollegen analysierten die Daten von mehr als 9.000 verheirateten Männern und Frauen im Alter von 40 bis 70 Jahren, die zwischen einem und neunzehn Kinder hatten. Dabei spielte es keine Rolle, ob es eigener oder adoptierter Nachwuchs war. Mit jedem Kind erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht bei Frauen um sieben Prozent. Bei Männern stieg diese pro Kind immer noch um vier Prozent.
Da auch die Väter betroffen sind, liegen die Ursachen für die Gewichtszunahme nicht allein bei physiologischen Veränderungen während einer Schwangerschaft. Ebenso spielten soziale, kulturelle oder psychologische Faktoren eine Rolle, so die Wissenschaftler. Der betriebsamere Lebensstil etwa könnte den Familien weniger Zeit für Sport lassen und sie eher zu Fastfood greifen lassen. Die Mediziner weisen besonders junge Familien daher auf die Wichtigkeit von körperlicher Betätigung und gesunder Ernährung hin.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





