Französische Forscher haben Schafen vorher entnommenes und eingefrorenes Eierstockgewebe erstmals erfolgreich wieder eingepflanzt und damit lebende Nachkommen gezüchtet. Die Forschungsergebnisse geben Frauen mit Kinderwunsch, die durch eine Chemotherapie unfruchtbar werden, neue Perspektiven: Ihnen könnte künftig Eierstockgewebe entfernt und nach einer Krebsbehandlung wieder transplantiert werden.
Bruno Salle und Jacqueline Lornage vom Hôpital Edouard Herriot in Lyon hatten sechs Mutterschafen je einen Eierstock entnommen, geteilt und in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad gelagert. Nach ein bis drei Monaten tauten sie das Gewebe auf und setzten es wieder ein. Tests zeigten zwei bis vier Monate später, dass die Eierstöcke normal funktionierten.
Im Sommer 2000 wurden vier der behandelten Schafe trächtig. Drei Lämmer kamen lebend zur Welt, eines starb kurz nach der Geburt und ein Zwillingspaar überlebte eine Frühgeburt nicht. Keines der neugeborenen Tiere wies Missbildungen auf. Dass drei der Lämmer verendeten, sehen die Forscher als Zufall an.
“Die vier Schwangerschaften geben Frauen neue Hoffnung, die aufgrund einer Krebsbehandlung unfruchtbar werden. Die Technik ist aber noch nicht reif für die praktische Anwendung bei Frauen. Weitere Tests müssen zeigen, wie lange das eingepflanzte Eierstockgewebe funktionsfähig bleibt”, berichtete Bruno Salle auf einem Kongreß der European Society of Human Reproduction and Embryology in Lausanne.
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Almut Bruschke-Reimer





