Neue Computermonitore können die giftige Chemikalie Phenol freisetzen – teilweise mehr als das Doppelte des Grenzwertes von 100 Mikrogramm pro Stunde. Das hat eine Untersuchung der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) ergeben. Über die Ursachen, Gesundheitsgefahren und Schutzmöglichkeiten des Verbrauchers befragten wir die ökologische Produktprüferin der LGA Christine Kühn.
Wieso setzten Monitore überhaupt Phenol frei?
Die Leiterplatten elektronischer Geräte werden überwiegend mit Hilfe von Phenolharzen hergestellt. Die Stärke der Belastung hängt in erster Linie von der Qualität des Harzes und von der Betriebstemperatur des Gerätes ab.
Besteht eine Gefahr für den Nutzer?
Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat Phenol als Stoff eingestuft, der unter Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Unsere Messungen zeigen zwar, dass bei den meisten Geräten die Emissionsraten so gering sind, dass keine Besorgnis erregenden Raumluftbelastungen zu erwarten sind. Allerdings kann es laut unserer Studie bei manchen Monitoren zu unangenehmen Geruchsbelästigungen kommen.
Wie kann sich der Verbraucher schützen?
Eines ist sicher: Die Phenolemission von Röhrenmonitoren ist wegen der höheren Betriebstemperaturen im Durchschnitt deutlich stärker als die von TFT-Monitoren. Doch niemand sollte in Panik verfallen, denn die Emissionen nehmen nach wenigen Betriebstagen erheblich ab, wenn die leicht flüchtigen Substanzen verdampft sind. Jedenfalls haben wir den Herstellern empfohlen, das Emissionsverhalten ihrer Geräte testen zu lassen. So kann der Endverbraucher nachvollziehen, wie viele und welche Schadstoffe sein Gerät abgibt.





