Das Genom des Rundwurms Caenorhabditis elegans war bereits im Jahr 1998 vollständig sequenziert, aber erst von einem Bruchteil seiner Gene kannte man die Funktion. Jetzt erschienen im Wissenschaftsmagazins Nature zwei Studien von Wissenschaftlern der University of Cambridge, UK, und eines Teams des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden, in denen die Funktion eines Teils der Gene von C. elegans analysiert wird.
Beide Teams nutzten dafür die RNA Interferenz (RNAi). Durch diese Technik ist es möglich, die Produktion eines Proteins, das durch ein Gen kodiert wird, zu verhindern. Dadurch, dass das Gen nicht mehr funktioniert, wird die Entwicklung einer Zelle oder auch eines ganzen Lebewesens beeinflusst.
Julie Ahringer und ihre Kollegen der University of Cambridge konzentrierten sich auf die Gene des Chromosoms 1 des Rundwurms. Durch RNAi konnten sie feststellen, welche Gene für das Überleben des Wurmes benötigt werden. Die genaue Funktion der Gene muss aber noch untersucht werden.
Anthony Hyman’s Team analysierte die Gene, die für die Zellteilung benötigt werden. Sie identifizierten 133 Gene auf dem Chromosom 3 des Rundwurms.
Die Studien zeigen, dass es möglich ist, mit RNAi die Funktion von Genen zu bestimmen. Allerdings kann man die Ergebnisse, die durch Versuche an einem Organismus wie C. elegans gewonnen werden, nicht unbesehen auf andere Organismen übertragen. In einem Organismus kann zum Beispiel ein Gen die Funktion von mehreren anderen übernehmen. So kann das Ausschalten eines Gens in einem Organismus die Entwicklung drastisch beeinflussen, in einem anderen dagegen nicht.
Ralf Möller





