Transfusionen des Nabelschnurbluts von Neugeborenen könnten vielen malariakranken Kindern in den Entwicklungsländern das Leben retten, sagen britische Ärzte. Mit diesem ungewöhnlichen Weg der Blutspende könnte der Mangel an Blutkonserven in diesen Ländern umgangen werden, meldet der Onlinedienst des Fachmagazins Nature.
Da Malaria die roten Blutkörperchen zerstört, führt sie vor allem bei Kindern zu einer schweren Blutarmut. Ohne eine Bluttransfusion überleben die kleinen Patienten diese lebensbedrohliche Situation häufig nicht. Blutkonserven sind in vielen Krankenhäusern jedoch nicht verfügbar. Das Blut aus der Nabelschnur eines Neugeborenen reicht jedoch aus, um die Blutarmut eines kranken Kindes zu behandeln, fanden die Mediziner um die Janet Hemingway vom Zentrum für Tropenmedizin in Liverpool bei einer Studie in einem Krankenhaus in Ghana heraus. In dieser Klinik werden genug Babys geboren, um sechzig Prozent der von Blutarmut betroffenen Kindern helfen zu können, rechneten die Forscher aus.
In der Praxis erprobt haben die Ärzte ihre Idee bislang noch nicht. Zunächst müsse ein hygienischeres Verfahren entwickelt werden, um das Blut aus der Nabelschnur zu gewinnen. Bisher hatten die Mediziner die Nabelschnur und die Plazenta aufgehängt und das Blut in einem Beutel aufgefangen.
Heidi Scharvogel





