Warum sich im Nabel vieler Männer trotz sonst penibler Körperhygiene immer wieder Flusen und Fusseln ansammeln, wäre ein Rätsel geblieben – gäbe es nicht den österreichischen Chemiker Georg Steinhauser vom Atominstitut der Österreichischen Universitäten in Wien. Der gestandene Forscher befasst sich normalerweise mit strahlenphysikalischer Analytik und Radiochemie, doch sein fortwährend schmutziger Nabel ließ ihm keine Ruhe. Deshalb begann Steinhauser vor vier Jahren, die Ingredienzien seines Nabels regelmäßig wissenschaftlich zu analysieren und ihre Zusammensetzung exakt zu dokumentieren. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Die entfernten Fusseln wogen im Schnitt 1,82 Milligramm. Ihre Hauptbestandteile waren Baumwolle der T-Shirts, die Steinhauser trug. Der Forscher entdeckte außerdem noch Spuren von Hausstaub, Haut, Schweiß, Fetten und Proteinen. Doch warum sammelt sich all dies im Nabel an?
Steinhausers Erklärung: „Die schuppige Struktur der Bauchhaare in der Nabelgegend schabt winzige Stoffteile aus den T-Shirts und Hemden. Und die natürlichen Körperbewegungen sowie die oft konzentrisch angeordneten Haare ‚saugen‘ die Teile dann in ihr Zentrum – den Nabel. Dort verklumpen sie sich und bilden die bekannten Fusseln.” Zum Beweis seiner Theorie rasierte sich Steinhauser die Haare am Bauch ab. Mit durchschlagendem Erfolg: Die Fusseln verschwanden.





