Die Wirksamkeit von Medikamenten gegen HIV hat vermutlich eine genetische Basis. Westafrikaner aus Ghana und Afro-Amerikaner besitzen häufig eine genetische Mutation, welche die Aufnahme von Medikamenten verringert. Das berichten Wissenschaftler vom Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie in Stuttgart im Fachblatt The Lancet. Dieses Ergebnis könnte Konsequenzen für die Behandlung von HIV-infizierten Afrikanern haben, so die Wissenschaftler.
Das Forscherteam um Matthias Schwab untersuchte Japaner, Probanden weisser Hautfarbe, Westafrikaner und Amerikaner afrikanischen Ursprungs auf eine genetische Variation im MDR1-Gen. Dieses Gen ist für den Transport von Fremdstoffen aus den Körperzellen verantwortlich.
Die statistische Analyse zeigte, dass Westafrikaner und Afro-Amerikaner wesentlich häufiger eine bestimmte Mutation im MDR1-Gen besitzen als Testpersonen mit weißer Hautfarbe. Die Wissenschaftler nehmen an, dass diese Mutation in Afrika häufiger vorkommt, weil die dortigen hygienischen Bedingungen schlecht sind und diese Veränderung im Erbgut vor Magen- und Darmentzündungen schützt.
Außerdem vermuten die Forscher, dass die Mutation die Wirkung von HIV-Medikamenten bei afrikanischen Patienten beeinträchtigt. Denn Studien haben erwiesen, dass Afrikaner diese Medikamente weniger gut aufnehmen, so die Wissenschaftler.
Adam Bostanci





