Die versteinerten Überreste eines bislang unbekannten 160 Millionen Jahre alten Landsauriers haben Forscher im Wiehengebirge ausgegraben. Das rund 1000 Quadratmeter große Fundgebiet im Kreis Minden-Lübbecke zähle mit insgesamt 170 Fundstücken inzwischen zu den bedeutendsten Grabungsstellen in Europa, sagte Paläontologe Klaus-Peter Lanser vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Montag in Münster.
Neben den Skelettresten des rund 14 Meter langen Raubsauriers aus der Zeit des mittleren Jura fand das Grabungsteam des Verbandes auch Zähne und Knochen von Meereskrokodilen und Schwimmsauriern. Bereits im vergangenen Jahr hätten die Experten des Münsteraner Naturkundemuseums Kieferreste und einen 18 Zentimeter langen Schneidezahn des Fleisch fressenden Sauriers gefunden und daraufhin weiter gegraben, sagte Lanser. Inzwischen seien Oberkiefer, zwei 75 Zentimeter lange Wadenbeinknochen sowie Teile der Rippen und der Wirbel präpariert. Erst am vergangenen Dienstag fanden die Archäologen außerdem die Darmbeinschaufel des Tieres, das als Vorläufer des Torvosauriers und des Tyrannosaurus rex gilt.
Die bisherigen Funde seien vor allem deshalb so bemerkenswert, weil über die Zeit des mittleren Jura wenig bekannt ist, sagte Lanser. Aus diesem Grund wollen die Wissenschaftler noch zwei weitere Jahre in dem ehemaligen Steinbruch graben. Die genaue Lage des Fundortes will Lanser aus Angst vor Raubgräbern jedoch geheim halten. Ein Teil der präparierten Fundstücke ist vom 12. November an in der Landesausstellung im Archäologiemuseum des Landschaftsverbands in Münster zu sehen.
dpa





