Wirkstoffe, die bislang bei Abtreibungen eingesetzt wurden, zeigen jetzt auch als Verhütungsmittel ihre Wirkung. Im Gegensatz zu den täglich eingenommenen Verhütungspillen, bietet bereits eine Pille “Mifepriston” (früher RU-486) im Monat einen 95 prozentigen Schutz vor Schwangerschaft. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Edinburgh, das in der Zeitschrift Human Reproduction (Vol.16, Seite 1145) veröffentlicht ist.
Anders als die üblichen Tagespillen ist “Mifepriston” kein Hormonpräparat. Nimmt man Mifepriston zur Zeit des Eisprungs ein, so hindert es befruchtete Eizellen daran sich in der Gebärmutter einzunisten. Hier stehen die Wissenschaftler vor einem Problem. Sie wissen zwar, dass die Pille nur wirksam ist, wenn sie zum Eisprung eingenommen wird. Doch dieser variiert von Zyklus zu Zyklus.
Die Forscher wollen jetzt herausfinden, ob die Pille auch wirksam ist, wenn sie immer am gleichen Tag des Zyklus eingenommen wird. Ansonsten müssten die Frauen an bis zu zehn Tagen im Monat ihren Urin auf zwei bestimmte Hormonspiegel hin untersuchen, um den genauen Zeitpunkt des Eisprungs feststellen zu können. Dies wiederum wäre wohl vielen zu umständlich und auch zu unsicher.
Auch die Dosis von 200 Milligramm bereitet einigen Forschern Sorgen, da die Pille so auch zum Schwangerschaftsabbruch eingesetzt werden könnte. Deshalb wollen Anna Glasier und ihr Team auch untersuchen, ob auch niedrigere Dosen Schwangerschaften verhindern und somit ausgeschlossen wird, dass Frauen Abtreibungen vornehmen.
Birgit Kahler