Um Patienten mit Diabetes Typ I die tägliche Insulinspritze zu ersparen, haben Wissenschaftler des Medical Center der Duke University in North Carolina insulinproduzierende Zellen aus Schweinen transplantiert. Die eingekapselten Zellen haben es einem zuckerkranken Pavian ermöglicht, für mehr als ein Jahr auf jeden Nachschub von Insulin zu verzichten, berichten die Wissenschaftler auf der International Pancreas and Islet Transplant Association conference in Innsbruck.
Das Team um Emmanuel Opara hat die insulinproduzierenden Zellen aus dem Pankreas von Schweinen so getarnt, dass sie auch in anderen Tierspezies erfolgreich Insulin herstellen und nicht vom Immunsystem als fremd erkannt und als Folge dessen abgebaut werden.
Die Wissenschaftler isolierten aus dem Pankreas von Schweinen die insulinproduzierenden Langerhansschen Zellen und verpackten sie in eine semipermeable Membran, die zwar kleine Moleküle wie Zucker und Insulin passieren ließ, Zellen des Immunsystems aber den Eintritt verwehrte. Eine Attacke des Immunsystems blieb daraufhin aus. Die so eingekapselten Zellen können nach Aussage der Forscher überall im Körper deponiert werden, wo sie in Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten kommen.
Zur Untersuchung der Wirksamkeit der eingeschleusten Zellen, zerstörten sie den Pankreas eines Pavians und transplantierten insgesamt 250.000 Zellen aus drei Schweinen. Dass die artfremden Zellen ihrer Aufgabe nachkamen und Insulin produzierten, zeigte sich an dem gelungenen Nachweis des Proteins im Blutstrom des Pavians. Nun erhalten fünf weitere Affen die verpackten Schweinezellen, um den Erfolg der neuen Therapie zu untermauern.
Wie viele Zellen zur Behandlung eines Menschen nötig sein werden, lässt sich noch nicht abschätzen. Doch ein Mangel an Spendern wird es in diesem Fall kaum geben, da immerhin 90 Millionen Schweine allein in Amerika über die Ladentheke wandern.
Menschen, die an Diabetes Typ I erkrankt sind, können kein eigenes Insulin herstellen und sind ein Leben lang auf die Zufuhr des Proteins durch Injektionen angewiesen. Die Unterversorgung mit dem Zucker abbauenden Enzym führt sonst zu Erblindung, Leberschäden oder endet tödlich.
Dr. Dagmar Knopf





