Die Forscher um Helen Blackwell haben nun eine Reihe von Substanzen entwickelt, die die Kommunikation zwischen den Bakterien unterbrechen. Zwei dieser Stummschalter halten beispielsweise den Erreger Pseudomonas aeruginosa von der Bildung der schützenden Schleimschicht ab, berichteten die Wissenschaftler. Infektionen mit P. aeruginosa sind besonders für Menschen mit Mukoviszidose, Aids oder schweren Verbrennungen gefährlich und führen häufig sogar zum Tod. Die Chemiker konnten nun zeigen, dass mit diesem Erreger infizierte und zusätzlich mit den chemischen Stummschaltern behandelte Würmer deutlich länger überlebten als ihre unbehandelten Artgenossen.
Blackwell und ihre Kollegen stellten auch Substanzen her, die ganz gezielt in bestimmten Bakterienstämmen die Kommunikationskanäle unterbrechen. So wird etwa verhindert, dass ungewollt im Darm lebende Bakterien, die bei der Verdauung helfen, geschädigt werden. Einige Verbindungen sollen laut den Forschern auch gegen Pflanzenkrankheiten eingesetzt werden oder die Schleimbildung auf medizinischen Implantaten oder Kathetern verhindern. Da die chemischen Stummschalter nicht in das Wachstum der Mikroben eingreifen, werde auch die Gefahr, dass sich Resistenzen bilden, stark vermindert, so die Forscher. Weitere Untersuchungen müssen aber erst zeigen, ob die Substanzen auch bei Menschen und Nutzpflanzen angewendet werden können.





