Frauen, die mit organischen Lösungsmitteln verseuchtes Trinkwasser zu sich nehmen, bringen häufiger untergewichtige Babys zur Welt. Die an der University of New England in Biddeford durchgeführte Studie zeigt, dass nur bestimmte Risikogruppen von dieser Gefahr betroffen sind. Dabei handelt es sich um Frauen, die schon zwei oder mehr Fehlgeburten hatten und älter als 35-jährig sind.
Das etwa in chemischen Reinigungen verwendete Lösungsmittel Perchlorethylen (PCE) kam in dem kontaminierten Wasser in etwa 16- bis 40-fach höheren Konzentrationen vor, als die US-Umweltschutzbehörde (EPA) vorsieht. Außerdem befand sich in dem belasteten Leitungswasser auch das noch giftigere Trichlorethylen (TCE). Dessen Konzentration überschritt den US-Grenzwert allerdings nicht.
Nancy Sonnenfeld, die die Untersuchung leitete, kann nicht mit Sicherheit sagen, ob PCE oder TCE für die zu leicht geratenen Babys verantwortlich ist: “Weil die PCE-Belastung aber so viel höher ist als die mit TCE, spricht einiges dafür, dass das PCE der Übeltäter ist. Möglicherweise ist aber auch die Kombination beider Schadstoffe die Ursache,” erläutert die Wissenschaftlerin.
In Flaschen abgefülltes Trinkwasser zu kaufen, löse das Problem leider nur teilweise. Zum Beispiel beim Duschen mit kontaminiertem Wasser nehme man mindestens so viel PCE auf wie beim Trinken, so Sonnenfeld.
Es ist seit langem bekannt, dass PCE zu Leber- und Nierenschäden führen kann. Außerdem ist die Substanz, die eine stark narkotische Wirkung aufweist, schwach Krebs erregend. PCE ist seit 1925 in ganz verschiedenen Bereichen im Gebrauch. Seit den 50-er Jahren setzen es vor allem chemische Reinigungen bei der Reinigung von Textilien ein. Außerdem wird es in der Metall verarbeitenden Industrie, der chemischen Industrie sowie in wissenschaftlichen Labors benutzt.
Dr. Sebastian Messerschmid





