Waren Menschen chemischen Kampfstoffen ausgesetzt, so soll sich das künftig direkt an ihrer Haut ablesen lassen. Niederländische Forscher haben einen Test entwickelt, der bereits kurz nach dem Kontakt der Haut mit Senfgas die Diagnose leistet. Darauf könnte auch ein tragbares Testset für Soldaten im Einsatz aufbauen. Weil Senfgas nicht lange im Körper verbleibt, sind Ärzte bisher auf komplizierte Analysen angewiesen, bei denen die Stoffwechselprodukte im Urin untersucht werden.
Der neue Test stützt sich auf verräterische Veränderungen der Hautzellen, erklärt der Toxikologe Govert van der Schans am Prins Maurits Labor des staatlichen Forschungsinstitus TNO. Die Keratin-Zellen der Haut zeigen schon nach zehn Sekunden langem Kontakt mit dem Senfgas spezifischeVeränderungen. Schwefel aus dem Gas heftet sich an die Keratinmoleküle und bildet einen eindeutigen chemischen “Fingerabdruck” in der Haut.
In Versuchen mit Mäusen konnte das Forscherteam diese Veränderung mit einem einfachen Antikörpertest nachweisen, schreibt das Fachmagazin “Chemical Research in Toxicology”. Vermutlich halten die Veränderungen rund zwei Wochen an, so dass Mediziner einen Senfgas-Kontakt auch im Nachhinein eindeutig erkennen und verdächtige Blasen auf der Haut zuverlässig diagnostizieren können.
Van der Schans plant nun, ein tragbares Diagnoseset zu entwickeln. Es könnte auch helfen, das Einhalten internationaler Chemiewaffenverträge zu überwachen. Zudem hält er spezifische Tests auch für andere chemische Kampfstoffe für möglich, ebenso wie für einige Umweltschadstoffe aus der Industrie.
Dörte Saße





