Amerikanischen Wissenschaftlern ist es bei Menschenaffen erstmalig gelungen, die Symptome der Parkinson-Erkrankung zu vermindern. Das Forscherteam um Jefrey Kordower vom Rush-Presbyterian St. Lukes’s Medical Center in Chicago injizierte ein Virus, dem zuvor die genetische Information zur Bildung des Proteins GDNF eingefügt wurde, in das Gehirn der Affen. Dort regte GDNF das Wachstum Dopamin produzierender Neuronen an. Diese sind bei Parkinson-Patienten stark reduziert.
Bislang war es nur bei Ratten möglich, Viren als Transportvehikel zu nutzen, um die Gene für GDNF ins Gehirn zu befördern. Jetzt ist das der Arbeitsgruppe von Kordower mit gentechnisch veränderten Viren auch bei Rhesus-Affen gelungen: Acht ältere Tiere mit altersbedingten Störungen sowie 10 Tiere, bei denen durch ein Gift parkinsonähnliche Symptome erzeugt worden waren, erhielten das Gen für GDFN über die Virusinjektion in ihre Nervenzellen. Ein bis zwei Monate nach der Gentherapie konnten die Wissenschaftler in den erkrankten Gehirnabschnitten eine doppelt so hohe Dopamin-Produktion nachweisen wie in unbehandelten Kontrolltieren. Und nicht nur das: 3 Monate nach der Behandlung zeigten die Affen in motorischen Tests deutlich bessere Ergebnisse als ihre nichtbehandelten Artgenossen.
Die Ursache der Parkinson-Krankheit ist die Zerstörung Dopamin produzierender Neuronen im Gehirn. Eine Neubildung dieser Nervenzellen findet nicht statt. Die Folge: Die Kommunikation zwischen Nervenzellen über den Botenstoff Dopamin bricht zusammen. Typische Symptome der Erkrankung sind Zittern, Muskelstarre und motorische Störungen. Anfang der 90er Jahre entdeckten Wissenschaftler das GDNF-Protein. Es wird bei Embryonen im Gehirnstamm und anderen Geweben des Nervensystems gebildet und fördert das Wachstum der Nervenzellen, die das Dopamin bilden. Seither werden Möglichkeiten zur Behandlung von Parkinson durch GDFN untersucht.
Trotz der Erfolge bei Ratten und bei den dem Menschen nahe verwandten Rhesus-Affen sind die Wissenschaftler noch vorsichtig. Bevor die Therapie am Menschen angewendet werden darf, wollen sie ausschließen, daß GDNF im Gegenzug bei Parkinson-Patienten zu einem toxischen Schock führt.
Ingo Ensminger und Science





