Durch Impfung mit körpereigenen weißen Blutzellen lassen sich bereits ausgebildete Tumore im Darm zur Rückbildung bringen, schreiben Münchner Mediziner im Journal of Immunology. Dazu verknüpften sie zwei weithin beachtete Erkenntnisse der vergangenen Jahre: Zum einen, dass eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die dendritischen Zellen, bei Tumoren des schwarzen Hautkrebses die Rückbildung auslösen können. Zum anderen hatte man kurze Ketten so genannter Kernsäuremoleküle (die CpG-Oligonukleotide) entdeckt, die weißen Blutzellen aktivieren können.
Das Münchner Team um Gunther Hartmann konnte nun in Kooperation mit Medizinern der University of Iowa nachweisen, dass die CpG-Oligonukleotide auch dendritische Zellen stimulieren — und dass sie das Tumorwachstum in Versuchstieren noch effektiver hemmen als bisherige Verfahren. “Dies ist das erste Mal, dass in vivo, also im lebenden Organismus, ein Erfolg der Aktivierung von dendritischen Zellen mit CpG-Oligonukleotiden gegen Tumore gezeigt wurde”, berichtet Stefan Endres, Leiter der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Klinikum der Universität München.
Zwar untersuchten die Forscher den Effekt der Methode auf Darmtumore nur bei Labormäusen. Doch konnten kanadische Forscher in diesem Sommer erstmals nachweisen, dass CpG-Oligonukleotide auch bei Menschen wirksam sind. Derzeit arbeiten die Forscher am “Nadelöhr” der Therapie: Die Labormethoden, die die dendritischen Zellen aus dem Blut des Patienten so aktivieren müssen, dass sie das körpereigene Immunsystem gegen den Tumor “scharf machen”.
Dörte Saße





