Das Geheimnis des zielgenauen Straftritts beim Rugby steckt in den Armen: Schwingt der Spieler bei Ballkontakt auf charakteristische Weise einen Arm vor die Brust, so gerät der Schuss besonders weit oder akkurat ins gegnerische Goal. Das haben britische Forscher um Neil Bezodis von der Universität von Bath in Bewegungsstudien mit Rugbyspielern herausgefunden. Mit der Armbewegung können die Spieler die Rotationskräfte, die während des Straftritts bei Anlauf und Ballkontakt auf den Körper wirken, besser verteilen. Damit gelingt der Kick mit dem eiförmigen Ball besonders präzise.
Die Forscher analysierten die Bewegung von fünf Rugbyspielern beim Kick. Dazu hefteten sie an die Probanden 39 reflektierende Markierungen. Auch der Ball erhielt eine Markierung. Mit einer Hochgeschwindigkeitskamera verfolgten die Forscher die Markierungen und rekonstruierten damit im Computermodell den Bewegungsablauf. Das Resultat: Der Kick mit dem Ball ? etwa mit dem rechten Fuß ? ist umso präziser, wenn der Spieler synchron dazu mit dem gegenüberliegenden, linken Arm nach vorn und vor die Brust schwingt.
Mit dieser koordinierten Körperbewegung minimieren die Spieler mögliche Abweichungen von der Ideallinie des Schusses. Außerdem können sie weiter schießen. Ziel des Rugbyspiels ist es, mit fairem Körpereinsatz den Ball über die gegnerische Grundlinie zu bringen oder mit einem Kick zwischen zwei Querstangen, das Goal, hindurchzuschießen. Mit einem Straftritt, der nach einem Foul oder Abseits zuerkannt wird, kann ein Spieler einen Raumgewinn erzielen, indem er weit ins gegnerische Seitenaus schießt, erklärt der Bundestrainer vom Deutschen Rugby-Verband in Hannover, Peter Ianusevici. Der Spieler kann aber auch mit einem präzisen Schuss ins gegnerische Goal punkten.
Wie die britischen Forscher feststellten, beherzigen viele herausragende Profispieler bereits die ideal koordinierte Bein-Arm-Bewegung beim Kicken. Allerdings sei dies eher das Resultat langwieriger Übung, erläutern die Forscher. Mit ihren Ergebnissen wollen sie den Spielern hingegen eine Trainingsanleitung für den richtigen Dreh beim Kicken geben.
Mitteilung der Universität von Bath (UK) ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer





