Statt mit einem schmerzhaften Stich in den Finger könnten Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel in Zukunft mit Hilfe von fluoreszierenden Kügelchen im Ohr überwachen. Die Basis dafür haben jetzt japanische Forscher Forscher gelegt: Sie entwickelten einen Farbstoff, der bei Kontakt mit Zuckermolekülen Licht ausstrahlt und bauten diesen Farbstoff anschließend in sehr kleine Kügelchen aus Kunststoff ein. Injizierten sie diese dann unter die Haut der Ohrmuscheln von Mäusen, strahlten die Kugeln abhängig vom Blutzuckerspiegel der Tiere mehr oder weniger Licht aus. Diese Reaktion sei mit Messgeräten durch die Haut am Ohr gut erfassbar, so dass die Methode künftig die täglichen Messungen des Blutzuckers für Diabetiker deutlich vereinfachen könnte.
Bisher messen die meisten Diabetiker ihren Blutzucker, indem sie sich in einen Finger stechen und ein paar Tropfen Blut auf einen Teststreifen geben. Dieser Streifen wird dann durch ein Messgerät ausgewertet, das den aktuellen Blutzuckerspiegel verrät. Diese Messung muss mehrmals am Tag wiederholt werden und kann nur den Zuckerspiegel zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt wiedergeben. Mit den neu entwickelten Kügelchen hingegen könnte der Blutzucker kontinuierlich über den ganzen Tag gemessen werden, ohne dass Blut entnommen werden muss.
Im Versuch blieben die Kügelchen für 30 Tage in den Ohren der Mäuse. Die Forscher Forscher um Hideaki Shibata von der Universität Tokio verglichen die Intensität des ausgestrahlten Lichts mit den Blutzucker-Werten, die sie mit der konventionellen Methode durch ein paar Tropfen Blut aus dem Schwanz der Tiere erhielten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Lichtintensität eine zuverlässige Aussage über den Blutzucker zulässt. Außerdem beeinträchtigten die Mini-Sonden die Gesundheit der Mäuse nicht.
Das nächste Ziel der Forscher ist nun, unter Verwendung der neuen Technik winzige Messgeräte zu entwickeln, die den Blutzuckerspiegel kontinuierlich überwachen können. Diese könnten bei einem zu hohen oder zu niedrigen Blutzuckerspiegel außerdem ein Warnsignal abgeben, um beispielsweise eine nächtliche Unterzuckerung zu verhindern, so die Wissenschaftler.
Hideaki Shibata (University of Tokyo) et al.: PNAS dapd/wissenschaft.de ? Meike Simann





