Hühner sind zu einem hohen Prozentsatz mit Salmonellen infiziert. Nehmen die Tiere Chilipfeffer mit der Nahrung auf, kann diese Infektionsrate und damit die Ansteckungsgefahr für den Menschen deutlich reduziert werden. Über diese Entdeckung von Audrey McElroy von der Virginia Tech University berichtet der New Scientist.
Der Verzehr von Hühnerfleisch und Eiprodukten ist der Hauptübertragungsweg von Salmonellen auf den Menschen. Auf der Suche nach einer nicht auf Antibiotika beruhenden Maßnahme gegen diese Ansteckungsquelle testete McElroy die Wirkung von Capsaicin. Das ist der für den scharfen Geschmack verantwortliche Inhaltsstoff der Chilischoten. Er wird von Hühnern klaglos mit der Nahrung aufgenommen.
“Vögel scheinen keine Rezeptoren für den scharfen Geschmack des Pfeffers zu besitzen”, sagt McElroy. Den so vorbehandelten Tieren wurden dann Salmonellen verabreicht. Die danach festgestellte Infektionsrate lag im Vergleich zu normal ernährten Hühnern um 50 Prozent niedriger. Allerdings verursachte das Gewürz Darmentzündungen. Dieser Effekt könnte eine Erklärung für die beobachtete antibakterielle Wirkung des Capsaicins sein. Denn möglicherweise aktiviert die Entzündung das Immunsystem, so dass die Infektion wirkungsvoller abgewehrt werden kann, vermutet McElroy.
Salmonellen lassen sich durch Zusatz von Antibiotika zum Hühnerfutter bekämpfen. Damit nimmt man in Kauf, dass früher oder später resistente Keime entstehen. Aber auch die Chilimethode könnte unerwünschte Auswirkungen haben, auf die Richard Young von der britischen Soil Association hinweist. Es sei nämlich möglich, dass andere Krankheitserreger den Platz der erfolgreich vertriebenen Salmonellen im Darm der Hühner einnehmen.
Joachim Czichos





