Wissenschaftlern ist schon lange bekannt, dass Wälder als Kohlendioxidspeicher wirken können. Nach einer Studie von Forschern der Colorado State University wird die Speicherkapazität der Wälder auch durch ihre Artenzusammensetzung beeinflusst.
Wenn ein Ökosystem durch das Pflanzenwachstum mehr Kohlendioxid von der Atmosphäre absorbiert als es durch die Verrottung von abgestorbenen Pflanzenteilen an sie abgibt, speichert es unterm Strich Kohlendioxid.
Wissenschaftler der Colorado State University fanden nun durch Untersuchungen an tropischen Eukalyptus Plantagen auf Hawaii heraus, dass auch die Artenzusammensetzung eines Waldes sein Speichervermögen beeinflusst. Waldflächen, auf denen neben Eukalyptusbäumen auch Albiziabäume wuchsen, speicherten mehr Kohlendioxid als die Eukalyptus-Monokulturen. Albiziabäume gehören zu den Stickstoff fixierenden Pflanzen und können den Stickstoffgehalt im Boden anreichern, wodurch die Bäume in Mischplantagen besser wachsen und mehr Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen. Ausserdem scheint eine höhere Konzentration des Bodenstickstoffs die Verottung von älterem Pflanzenmaterial zu verlangsamen – so wird das bei der Verrottung entstehende Kohlendioxid langsamer an die Atmosphäre abgegeben. Unterm Strich speicherten die Mischplantagen somit wesentlich mehr Kohlendioxid als die Eukalyptus-Monokulturen.
Diese Ergebnisse könnten einen großen Einfluss darauf haben, wie eine Plantagenfläche in den Tropen im Hinblick auf ihr Kohlendioxid Speichervermögen nach dem Kyoto-Protokoll bewertet wird. Immerhin verdreifachte sich die Fläche der Baumplantagen in den Tropen während der letzten 20 Jahre und beträgt nun etwa 60 Millionen Hektar.
Ralf Möller





