Zwei neu entdeckte Froscharten aus den Bergen Neuguineas werden nur acht bis neun Millimeter groß. Damit sind sie die kleinsten bekannten Landwirbeltiere der Welt.
Etwa halb so lang wie eine Büroklammer: Paedophryne dekot und Paedophryne verrucosa heißen die neuen Mini-Rekordhalter unter den bekannten Landwirbeltiere (Tetrapoden). ?Verkleinerung gibt es bei vielen Froschgattungen auf der ganzen Welt,? erklärt Entdecker Fred Kraus vom Bishop Museum in Honolulu, ?aber in Neu Guinea scheint es besonders viele Gattungen mit diesem Phänomen zu geben.? Kraus entdeckte und beschrieb schon 2010 zwei winzige Froscharten, die bis zu 11,3 mm groß werden. Doch es ging eben noch kleiner: Die Weibchen der neu entdeckten Art Paedophryne dekot sind 8.5?9.0 mm lang und bei der Art Paedophryne verrucosa 8.8?9.3 mm. Die absoluten Winzlinge sind allerdings offenbar die Männchen: Bei P. verrucosa messen sie nur 8,1-8,9 mm. Die Männchen von P. dekot hat bis jetzt noch kein Forscher gefunden.
Die Arten der Gattung Paedophryne sind alle extrem klein und leben am Boden des Waldes zwischen herabgefallenen Blättern und Moos, berichtet Kraus. Vermutlich ist ihre geringe Größe eine Anpassung an diesen Lebensraum. Der Vorteil sei der, dass sie im Blattstreu auf Nahrungsressourcen zugreifen können, an die ihre großen Verwandten und Nahrungskonkurrenten nicht gelangen können.
Außer der Größe besitzt die Winzlinge noch eine weitere kuriose Eigenschaft: Sie haben nur drei funktionierende Finger an den Vorderbeinen. Kraus vermutet, dass sich die Anzahl der Finger reduzierte, während die Tiere im Lauf ihrer Evolution immer kleiner wurden.
Die Froschweibchen der beiden neuen Arten legen offenbar immer nur ein oder zwei Eier, berichtet Kraus. Zum Vergleich: Die Weibchen des Europäischen Laubfrosches legen 200 bis 1400 Eier. Die geringe Anzahl an Eiern hängt wahrscheinlich mit dem Mini-Wuchs zusammen: Noch kleiner können die Frösche vermutlich nicht werden, da sie sonst nicht genügend Eizellen im Körper tragen könnten. Die Mini-Amphibien sind also vermutlich am unteren Limit angekommen.
Fred Kraus (Bishop Museum, Honolulu): ZooKeys, doi:10.3897/zookeys.48.446 © wissenschaft.de – Maria Georgi





