Ein gleichmäßig gemähter und gut gedüngter englischer Rasen ist wunderbar, finden viele Menschen ? und Milben. Bestimmte Springschwanzarten dagegen bevorzugen eher den zwar gemähten, aber ansonsten naturbelassenen Rasen. Ameisen schließlich lieben die wuchernde Naturwiese. Das haben amerikanische Wissenschaftler in einer Untersuchung der verschiedenen Rasentypen herausgefunden, die sie auf der Tagung der amerikanischen ökologischen Gesellschaft in Savannah vorstellten.
Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler um Loren B. Byrne von der Penn-State-Universität in State College Proben aus verschiedenen Gärten gesammelt. Einige der Rasenflächen wurden von ihren Besitzern regelmäßig und intensiv gemäht, gedüngt und mit Pestiziden behandelt. Andere Proben stammten aus Gärten, in denen die Gärtner das Gras zwar sorgfältig mähten, aber keine zusätzlichen Pflegeprodukte verwendeten. Zum Vergleich entnahmen die Forscher Proben einer Wildblumenwiese.
Die Forscher untersuchten die Proben auf verschiedene Kleinstlebewesen, die organisches Material zersetzen und so im Nährstoffkreislauf eine wichtige Rolle spielen. Sie fanden dabei heraus, dass jede Art von Rasen optimale Bedingungen für bestimmte Arten von Krabbeltieren bietet. So leben beispielsweise in den chemisch behandelten Grasflächen viel weniger Springschwänze und Ameisen, aber deutlich mehr Milben als in den anderen Umgebungen.
“Da es in den aufwändig gemähten Grasflächen viel mehr Grasschnipsel gibt als in der Wildwiese, gibt es auch mehr Bakterien und Pilze. Die wiederum sind Nahrung für Milben”, erklärt Studienleiter Loren Byrne. Auch die Abwesenheit von natürlichen Feinden begünstige das Milbenwachstum.
Bestimmte Springschwanzarten dagegen mögen zwar ebenfalls Grasschnipsel, werden aber durch die Pestizide getötet. Daher fanden sie sich am zahlreichsten in den gemähten, naturbelassenen Rasenflächen. Tiere, die auf der Vegetation leben, werden durch das Schneiden des Rasens gestört und bevorzugen die wildwachsenden Wiesen.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





