Einen Mikrokatheter, der die Kombination von Diagnose und Therapie in einem Kathetersystem erlaubt, haben Bonner Mediziner Anfang der Woche weltweit zum ersten Mal in der Praxis – zur Behandlung eines 49-Jährigen mit Vorhofflimmern – eingesetzt. Bei dem Verfahren wurde nur ein einzelner Katheder zu dem erkrankten Vorhof des Herzens vorgeschoben. Die Ärzte konnten dabei nicht nur das geschädigte Gewebe untersuchen und über elektrische Signale den Erkrankungsherd bestimmen. Sie konnten diesen auch gleich mit einem Hochfrequenzstrom veröden. Bislang waren dazu zwei oder mehr Katheder notwendig.
Das Konzept birgt für den Patienten zahlreiche Vorteile. “Dadurch, dass nur noch ein Katheter durch die Vorhofscheidewand in den Vorhof des Herzens eingeführt werden muss, gibt es weniger Komplikationen”, so Berndt Lüderitz. “Zudem könnte die Erfolgsquote der Verödungstherapie bei Vorhofflimmern deutlich erhöht werden.” In einem einjährigen Nachsorgeprogramm, an dem der 49-Jährige teilnimmt, wollen die Ärzte nun Aufschluss über den langfristigen Erfolg der Therapie gewinnen.
Herzerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in den Industrieländern. Unter den Herzrhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern die häufigste Form: Allein in Deutschland gibt es mehr als eine halbe Million Betroffene. Beim Vorhofflimmern kommt es zu einer ungeordneten Tätigkeit der Vorhöfe des Herzens, die sich normalerweise rhythmisch zusammenziehen. Die Folge ist eine unregelmäßige Schlagfolge der Herzkammern. Ursachen für Vorhofflimmern sind organische Herzerkrankungen wie Herzinfarkt oder verengte Herzkranzgefäße. Charakteristische Symptome sind unregelmäßiger Herzschlag, Herzrasen, Herzklopfen, Luftnot und Schmerzen hinter dem Brustbein.
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