Wissenschaftler der Universität von California Berkeley sind dem Ziel, ein bionisches Auge zu konstruieren, ein Stück näher gekommen. Frank Werblin und sein Kollege Botond Roska haben die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
Ihre Untersuchungen zeigen, wie wir sehen und wie die Wahrnehmung im Gehirn zu Bildern zusammengesetzt wird. Das sind Grundlagen für den Bau eines Mikrochips für ein künstliches Auge. “Obwohl wir glauben, dass wir die Welt komplett sehen, sehen wir in Wirklichkeit gerade mal Andeutungen”, sagt Werblin. Er und Roska entdeckten, dass das Auge um die zehn bis zwölf Output-Kanäle hat, die Informationen zum Gehirn transportieren, welches dann daraus Bilder berechnet.
Um den Signalweg vom Auge zum Gehirn zu verfolgen, haben die Forscher die Signale von den retinalen Ganglienzellen, die Projektionsneurone der Netzhaut zum Gehirn, peinlich genau gemessen. Als optischen Reiz haben sie vor Kaninchen Bilder von Quadraten oder Kreisen aufleuchten lassen und so die Output-Kanäle entdeckt. Zudem fanden sie, dass Gruppen von Ganglienzellen unterschiedliche visuelle Merkmale darstellen und die Informationen zu unterschiedlichen Pfaden im Gehirn senden.
Roskas Vater, Tamas Roska, und Leon Chua, Universität von California, erfanden einen Mikrochip, Cellular Neural Network (CNN) genannt, der die Grundlage des bionischen Auges bilden würde. Er kann programmiert werden, so zu arbeiten, wie die Netzhaut, die sensorische Empfangsfläche des Auges. Aber bevor ein bionisches Auge Realität werden kann, müssen die Wissenschaftler noch herausfinden, wie sie den Chip in das komplizierte Schaltsystem des Gehirns einfügen können.
Nicole Waschke





