Wenn sich die Dreißiger dem Ende nähern und die Vierziger vor der Tür stehen, warten viele Menschen mit Bangen auf die Midlifecrisis. Eine Soziologin von der Cornell University in Ithaca ist der Frage nachgegangen, wie viele Menschen über 35 Jahre diese berüchtigte Lebenskrise auch tatsächlich durchmachen. Dabei kam Elaine Wethington zu folgendem Ergebnis: Nicht einmal die Hälfte derer, die meinen, durch die Midlifecrisis gegangen zu sein, haben sie wirklich erlebt.
In ihrer Studie hat Wethington 724 Personen im Alter zwischen 28 und 78 Jahren befragt. Etwa ein Viertel dieser Gruppe gab an, eine Midlifecrisis durchzumachen oder durchgemacht zu haben. Tatsächlich aber, so die Forscherin, beschrieben die Befragten nur einige stressreiche Ereignisse, die sie zwischen ihrem 39. und 50. Lebensjahr erlebt hatten. Eine regelrechte Midlifecrisis ist aber in der Forschung definiert als eine Zeit des persönlichen Umbruchs, die einhergeht mit Ängsten und Befürchtungen im Zusammenhang mit dem Älterwerden. Das Problem des Älterwerdens spielte jedoch nur bei etwa der Hälfte derjenigen, die ihr Erlebnis der Midlifecrisis geschildert hatten, überhaupt eine Rolle.
Interessant ist außerdem, dass die meisten Menschen der Midlifecrisis durchaus Positives abgewinnen können. “Viele Leute in der Mitte des Lebens nutzen die so genannte Midlifecrisis als ein Instrument, um ihrem Leben eine Bedeutung zu geben. Sie ziehen Bilanz darüber, wo sie gern ständen oder was sie, als sie jünger waren, erwartet hatten zu werden”, meint Wethington.
Erste Ergebnisse ihrer Forschung hatte Wethington bereits 2000 in der Zeitschrift ” Motivation and Emotion” veröffentlicht. Insgesamt gehören ihre Forschungen zu einem größeren Projekt unter dem Titel “Midlife in the United State Study”.
Doris Marszk





