Wenn Kinder vor ihrem ersten Geburtstag an schwerer Meningitis erkranken, könnte das in ihrem späteren Leben zu Störungen ihres sozialen Verhaltens führen. Das berichten britische Wissenschaftler im medizinischen Fachmagazin “Archives of Disease in Childhood” (Bd. 88, S. 395).
Auch wenn die Krankheit vollständig ausgeheilt scheint, können offenbar Spätfolgen auftreten. Die Mediziner um David Harvey vom Imperial College London haben die Eltern und Lehrer von über 1.300 Jugendlichen im Alter von 13 Jahren nach deren sozialem Verhalten zuhause und in der Schule befragt. Etwa siebenhundert davon litten kurz nach ihrer Geburt an der Hirnhautentzündung. Fast die Hälfte der Eltern, deren Kinder die Krankheit durchgemacht hatten, bezeichneten das Verhalten ihrer Kinder als problematisch. Bei den Eltern nicht erkrankter Kinder waren es nur etwa ein Fünftel.
Die Aussagen der Lehrer, die nichts von der Krankheit wußten, zeigten ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen den Jugendlichen: 37 Prozent der Lehrer stuften die Schüler mit Meningitis im Kindesalter als schwierig ein. Die Jugendlichen ohne die Krankheit wurden im Gegensatz dazu nur von 23 Prozent der Lehrer als schwierig benannt.
Diese Erkenntnisse liefern weitere Hinweise auf die Schwere dieser Erkrankung. Allerdings gibt es mittlerweile gut verträgliche Impfstoffe, die ausgezeichnet gegen ein Infektion mit Meningokokken helfen ? den Bakterien, die zu den Hauptauslösern dieser Krankheit zählen.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





