Hirnhautentzündung fordern jährlich immer noch Hunderte von Opfern in Europa. Bakterien, die britische Forscher im Nasenschleim von kleinen Kindern nachgewiesen haben, könnten nun die Grundlage für einen neuen Impfstoff gegen die gefährliche Gruppe B Meningokokken-Meningitis bilden. Zwar existieren bereits andere Impfstoffe, doch deren Schutzfunktion bei kleinen Kindern sei bisher nicht eindeutig belegbar, berichtet das Magazin “New Scientist”.
Ein Kind kann bereits wenige Stunden nach einer Infektion sterben, sagt Andy Gorringe, Leiter der Impfstoffentwicklung im Centre for Applied Microbiology and Research bei Salisbury. Im Nasenschleim von einigen ein- bis zehnjährigen Kindern fanden sie das Bakterium Neisseria lactamica. Durch seine Ähnlichkeit in der Oberflächenstruktur im Vergleich zu dem tödlichen Erreger Neisseria meningitidis, könne eine wirksame Immunisierung gegen diese Hirnhautentzündung aufgebaut werden. In Tierversuchen konnten Mäuse, denen der Prototyp des Impfstoffes injiziert wurde, eine Meningitis B- und C-Infektion erfolgreich abwehren.
Nun wollen die Forscher auf der Basis der Hüllproteine von N. lactamica ein Nasenspray entwickeln, mit denen vor allem sehr kleine Kinder gegen diese Form der Meningitis geschützt werden könnten. Nach Aussage von Gorringe bestünden schon erste Kontakte mit Pharmafirmen, um diesen Impfstoff zur Marktreife zu entwickeln.
Jan Oliver Löfken




