Mikroskopisch kleine Membranbläschen könnten in Zukunft ideale Transportbehälter für Medikamente werden. Sie schleusen in ihnen eingeschlossene Wirkstoffe zuverlässig an deren Einsatzort im Körper und setzen sie dort erst wieder frei. Amerikanische Forscher haben die Moleküle entwickelt, die sich zu solchen Bläschen zusammenlagern können. Sie bestehen aus den selben Bausteinen, aus denen auch Eiweiße aufgebaut sind, berichten Timothy Deming und seine Kollegen von der Universität in Santa Barbara in der Fachzeitschrift Nature Materials (Online-Vorabveröffentlichung DOI: 10.1038/nmat1093).
Damit Medikamente eine optimale Wirkung entfalten, müssen sie im Körper an der richtigen Stelle freigesetzt werden. Wirkstoffe könnten dazu in kleine Transportbläschen eingeschlossen werden, die ihren Inhalt erst nach einiger Zeit wieder freigeben. Allerdings waren die bisherigen Versuche zur Erzeugung solcher, auch Vesikel genannter Bläschen nicht erfolgreich: Entweder waren sie sehr instabil, oder sie gaben ihren Inhalt nur schwer wieder frei.
Die amerikanischen Chemiker erzeugten nun aus Eiweißbausteinen so genannte Polypeptide. Diese Verbindungen besitzen einen wasserlöslichen und einen wasserunlöslichen Anteil. Sie bilden deshalb in wässriger Lösung einen bläschenförmigen Verband. Diese Vesikel erwiesen sich als sehr stabil. Außerdem konnten die Wissenschaftler deren Größe maßschneidern, indem sie die Anzahl der Bausteine und den Anteil des wasserunlöslichen Abschnitts veränderten.
Als besonders günstig für die medizinische Anwendung erwies sich eine weitere Eigenschaft dieser Vesikel: Sie zerfallen, wenn sie in ein relativ saures Millieu gelangen. Die Forscher wollen die Bläschen nun so verändern, dass sie sich bei einem genau festgelegten pH-Wert öffnen. Da dieser Säurewert im menschlichen Körper von Ort zu Ort variiert, könnten die transportierten Medikamente an genau definierter Stelle freigesetzt werden.
ddp/bdw ? Thomas Kappe





