Im Sommer treten Lebensmittelvergiftungen bis zu fünf mal häufiger auf als im Winter. Dies besagt eine nun erschienene Studie britischer Forscher. Grund dafür sei die mangelhafte Hygiene in den Schlachtbetrieben und Bauernhöfen, aber auch das in den vergangenen Jahrzehnten veränderte Verbraucherverhalten.
Graham Bentham und Ian Langton von der
University of East Anglia hatten verglichen, inwieweit Fälle von Lebensmittelvergiftungen mit hohen Temperaturen zusammenhängen. “Der Konsument schien bisher immer selbst daran schuld zu sein, aber es sieht so aus, als ob es doch der Nahrungsproduktions-Prozess sei”, so Langton im Fachblatt
International Journal of Biometeorology. Die Forscher fanden heraus, dass Lebensmittelvergiftungen besonders im Sommer auftreten und wenn die Nahrungsmittel zwei bis fünf Wochen vor dem Verbrauch produziert werden.
Die hohen Temperaturen machen den Tieren zu schaffen und machen sie zusätzlich anfällig für Infektionen, so Langton. Auch wachsen Bakterien bei warmen Temperaturen besonders schnell, was sich bei mangelnder Hygiene katastrophal auswirken kann. Durch die gesunkene Zahl der Schlachthöfe sei der Anreiseweg für die Tiere oft zu weit.
Doch Langton sieht eine Teilschuld auch beim Verbraucher. Dieser tendiere immer mehr zum hellen Fleisch, das meist mehr Pathogene enthält, und er kaufe nicht beim örtlichen Produzenten oder Einkaufsladen, sondern gehe in den entlegenen Supermarkt.
Frieder Graef