Eine neue Technik kann künftig den Grad der Meeresversauerung viel besser als bislang ermitteln. Der Chemie-Ingenieur Steffen Aßmann vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht hat dafür zwei spezielle Sensoren entwickelt. Die Geräte arbeiten äußerst präzise und sind gleichzeitig extrem robust. Dies ermöglicht es, sie in sogenannten FerryBoxen stationär und wartungsfrei weltweit an Schiffen anzubringen, um so eine breitere Datenbasis zu erhalten als bisher. FerryBoxen sind autonom arbeitende Systeme, die Aufschluss über die Wasserqualität geben. Aßmanns Sensoren messen sowohl den Säuregrad des Wassers als auch die Menge des darin gebundenen Kohlendioxids.
Rund ein Viertel der vom Menschen verursachten Emissionen des Treibhausgases werden jährlich von den Meeren durch den ständigen Austausch mit der Atmosphäre aufgenommen. Die dadurch zunehmende Ozeanversauerung ist neben der globalen Erwärmung eine der Hauptfolgen des Ausstoßes von Kohlendioxid. Sie hat gravierende Auswirkungen auf die chemischen und biologischen Prozesse im Wasser. Betroffen sind vor allem kalkschalenbildende Lebewesen. Durch die Versauerung fällt es ihnen immer schwerer, ihre kalkigen Schutzhüllen zu bilden. Da die Organismen vielen anderen Arten als Nahrung dienen, befürchten Forscher, dass das Ökosystem kippen könnte.





