Italienische Mediziner haben einem Krebspatienten die Leber entnommen, bestrahlt und dann wieder eingesetzt. Dadurch konnten sie das Organ einer sehr hohen Strahlendosis aussetzen, ohne umliegendes Gewebe zu schädigen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin “New Scientist” (Ausgabe vom 21./28. Dezember, S. 7).
Der Patient war ein 48 Jahre alter Mann mit multiplen Tumoren in der Leber. Mediziner vom San-Matteo-Krankenhaus in Pavia entschieden sich für eine Bestrahlungstechnik, bei der allerdings das umliegende Gewebe mit einer hohen Strahlungsmenge belastet worden wäre. Daher entnahmen die Ärzte das gesamte Organ.
Bei dieser Strahlentherapie wird dem Patienten in das betroffene Organ eine Lösung gespritzt, die Aminosäuren enthält und an die jeweils ein Bor-Atom gekoppelt ist. Zellen, die sich gerade verstärkt vermehren, nehmen besonders viel dieser Bausteine auf. Dazu gehören auch Tumorzellen.
Anschließend wird das befallene Organ mit Neutronen bestrahlt. Dadurch zerfallen die Bor-Atome und es die freiwerdende Energie zerstört die Zelle. Allerdings kann die Neutronenstrahlung auch das umliegende Gewebe schädigen. Mithilfe dieser so genannten TAORMINA-Technik könnten in Zukunft auch schwer zu behandelnde Tumore in der Lunge, der Bauchspeicheldrüse und anderen transplantierbaren Organen heilbar sein, hoffen die Forscher.
ddp/bdw – Teresa Baethmann





