Frauen und Männer mittleren Alters sind nach dem Rauchen von Marihuana etwa eine Stunde lang einem fünffach erhöhten Herzanfall-Risiko ausgesetzt. Die Infarkt-Gefahr sei damit zwar nur wenig größer als nach einem “anstrengenden Geschlechtsakt”, schreiben amerikanische und kanadische Wissenschaftler im US- Fachjournal “Circulation” vom Dienstag. Dennoch sollte man spätestens mit 45 Jahren das Pot-Rauchen aufgeben, empfahlen sie in der kanadischen Zeitung “Globe and Mail”.
Das ist ein gutes Alter um auszusteigen, sagte Harold Kalant, Professor an der Universität von Toronto. Die Herzen junger Menschen seien stärker und könnten eine deutlich größere Belastung verkraften, weshalb sie die Beeinträchtigung durch das Rauschmittel nicht so zu spüren bekämen. Marihuana führe zu einer deutlichen Erhöhung, teilweise zur Verdoppelung der Herzschlagfrequenz und damit zu einem erhöhten Blutdruck wie nach schwerer körperlicher Anstrengung.
Besorgniserregend sei, dass in Nordamerika der Genuss von Marihuana gerade in der stärker von Herzattacken bedrohten Bevölkerung über 45 Jahren in letzter Zeit zugenommen habe, sagte Murray Mittelman, Direktor der kardiologischen Abteilung des Israel Deaconess Medical Center in Boston. Die Studie stützt sich auf die Befragungen und Untersuchungen von knapp 4.000 Personen, die Herzanfälle hatten. Unter ihnen waren 124 regelmäßige Marihuana- Raucher.
Mehrere der Patienten hätten angegeben, vor ihren Herzattacken sowohl Marihuana geraucht als auch Sex gehabt zu haben, zum Teil sogar gleichzeitig. Es seien jedoch zu wenige gewesen, um wissenschaftlich nachzuweisen, dass diese Kombination das Infarkt- Risiko noch weiter vergrößere. Mittelman räumte zugleich ein, dass Marihuana für das Herz weniger gefährlich sei als Kokain, das nach früheren Studien die Infarkt-Gefahr sogar um bis zu 25 Mal erhöhe.
dpa





