Die Wärme breitet sich immer mehr in Richtung der Pole aus und klettert auch zunehmend in die Höhenlagen unseres Planeten: Diese Folgen des Klimawandels machen sich vielerorts anhand verschiedener Anzeichen bemerkbar. Ein Aspekt ist dabei, dass sich bestimmte Tier- und Pflanzenarten in Bereiche ausbreiten können, in denen es ihnen zuvor zu kühl war. Dies kann auch für uns problematische Lebewesen betreffen. Bei einigen tierischen Krankheitsüberträgern wurden bereits Gebietsgewinne im Zuge der klimatischen Veränderungen aufgezeigt.
Berüchtigte Blutsauger im Visier
Doch bisher gab es kaum Informationen zu einer der wichtigsten Gruppen dieser sogenannten biologischen Vektoren: Inwieweit der Klimawandel zu einer Veränderung der Verbreitungsgebiete der Malaria übertragenden Anopheles-Mücken in Afrika beiträgt, ließ sich bisher nur schlecht einschätzen. Der Kontinent gilt zwar generell als warm genug, doch im Süden und in hochgelegenen Regionen gibt es durchaus Bereiche, in denen es diesen wärmeliebenden Insekten zu kühl wird. Doch auch andere Faktoren können die Verbreitung der Blutsauger stark beeinflussen, weshalb die Wirkung der Einzelaspekte schwierig zu fassen ist.
Um territorialen Entwicklungen und dem möglichen Einfluss des Klimawandels bei den Anopheles-Mücken auf die Spur zu kommen, haben die Wissenschaftler um Colin Carlson vom Georgetown University Medical Center in Washington DC nun umfangreiche Daten gesammelt und ausgewertet, die aus der Zeitspanne von 1898 bis 2016 stammen. Es handelt sich um Informationen über Art und Fundort von Malaria übertragenden Vertreterinnen der Anopheles-Mücken aus den Bereichen Afrikas südlich der Sahara, die von Insekten- sowie Malaria-Forschern in den letzten rund 120 Jahren generiert wurden.
Landgewinne im Hochland und Süden
Wie das Team berichtet, zeichnet sich in vielen Bereichen ein stetiger Ausbreitungsprozess sowohl bei den Vorkommen in den Höhenlagen von Berg- und Hochlandregionen als auch im Süden des Kontinents ab. Aus den Schätzungen der Forscher geht hervor, dass die Anophelesmücken-Populationen im Untersuchungszeitraum durchschnittlich 6,5 Meter jährlich in die Höhe “klettern” konnten. Die Verschiebung der Verbreitungsgrenzen nach Süden schritt den Berechnungen zufolge mit etwa 4,7 Kilometer pro Jahr voran. Wie sie erklären, legen die Muster der Ausbreitung nahe, dass die schleichenden klimatischen Veränderungen mit diesem Vormarsch verbunden sind. Denn die Veränderungen der Verbreitungsmuster bei den Anophelesmücken scheinen mit Schätzungen des lokalen Fortschreitens des Klimawandels in Afrika übereinzustimmen. “Das ist genau das, was wir erwarten würden, wenn der Klimawandel dazu beiträgt, dass diese Arten kältere Teile des Kontinents erreichen”, sagt Carlson.





