Wissenschaftler der University of Temple, Philadelphia, haben eine neuartige Methode entwickelt, pathologische Magenlähmung zu bekämpfen. Mit Hilfe eines Magen-Schrittmachers soll der Weitertransport der Nahrung in den Darm und damit die Verdauung geregelt werden.
Bei Patienten mit so genannter Gastroparese” bleiben Mageninhalte zu lange im Magen, werden nicht schnell genug in den Darm weitergeleitet und können nicht richtig verdaut werden. Sie dehnen sich schließlich aus, was zu Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen führen kann”, erklärt Dr. Henry Parkman, Laborleiter an der University of Temple. Bei chronischer Gastroparese kann es schlimmstenfalls zu Entwässerung, Gewichtsverlust, Schwankungen im Elektolysehaushalt und Unterernährung kommen.
Der wenige Zentimeter große Magen-Schrittmacher wird unter der Haut plaziert. Er stimuliert die Muskeln der Magenwand und fördert somit dessen Aktivität. “Gleichzeitig beeinflusst er Nerven, die für das Übelkeits- und Völlegefühl verantwortlich sind”, so Parkman. Test-Untersuchungen haben gezeigt, dass 50 Prozent der Patienten, die mit der so genanten “Enterra-Therapie” behandelt wurden, nach sechs Monaten einen deutlichen Rückgang des Erbrechens feststellten.
Die Schrittmacher-Therapie kann zusätzlich mit Medikamenten und speziellen Diäten ergänzt werden. Da jedoch der Gebrauch von Medikamenten durch eine Vielzahl von Nebenwirkungen häufig eingeschränkt ist, stellt der neue Magen-Schrittmacher eine bedeutende Alternative dar. “Hiermit haben wir die Möglichkeit, Patienten, denen es besonders schlecht ergeht, eine neue Therapie-Art zu bieten.”, so Parkman.
Jutta Perkert





