In einer Halle im kleinen Dorf Addrup, mitten im niedersächsischen Güllegürtel, brummt eine Hightechanlage, die auf den ersten Blick auch bei einem Maschinenbauer stehen könnte. Förderbänder und Rohre verbinden Kessel und Trichter, Roboterarme greifen schwarze Kunststoffbehälter und stapeln sie in zackigen Bewegungen zu Palettentürmen. Ein Mann im weißen Kittel schiebt eine Tür auf, so groß wie ein Garagentor; aus der dunklen Kammer dahinter dringen heiße Luft und eine leicht nach Ammoniak riechende Duftwolke. Spätestens jetzt wird klar: Hier werden keine Schrauben oder Autokomponenten produziert, sondern etwas Lebendiges. Der Mann zieht eine der schwarzen Kisten heraus: Unzählige Maden winden sich darin auf einem glänzend matschigen Nährboden.
Der Mann im weißen Kittel ist weder Arzt noch Laborant, sondern Landwirt. Aber kein gewöhnlicher. Clemens große Macke züchtet zum einen um die 10.000 Legehennen. Zum anderen ist er Agrarberater, ehemaliger CDU-Landtagsabgeordneter und Pionier auf einem neuen Feld: der Mast von Larven der Schwarzen Soldatenfliege. „Wir verstehen uns als forschungsnaher Landwirtschaftsbetrieb. Wir wollen dazu beitragen, dass die Landwirtschaft Zukunft hat“, sagt gr. Macke. In Zusammenarbeit mit dem im nahen Quakenbrück gelegenen Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) erforscht gr. Macke in seinen beiden Mastkammern, wie sich unterschiedliche Futtermischungen auf das Wachstum der Larven auswirken. Sie sind ein großer Hoffnungsträger für die Zukunft der Ernährung. Clemens große Macke will, dass dieser neue Markt sein Potenzial entfalten kann. Und dass auch deutsche Landwirte etwas davon haben.





