Hohe Luftverschmutzung kann möglicherweise das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen ? vor allem an warmen Tagen. Das legt eine statistische Untersuchung taiwanischer Forscher nahe. Bestimmte Schadstoffe scheinen die Menschen anfälliger für einen Schlaganfall machen, schreiben die Mediziner in der Fachzeitschrift “Stroke: Journal of the American Heart Association” (Online Vorabveröffentlichung, 10.1161/01.STR.0000095564.33543.64).
Chun-Yuh Yang von der Medizinischen Universität Kaohsiung und seine Kollegen sammelten mehr als 23.000 Daten von Patienten, die in der Industriestadt Kaohsiung zwischen 1997 und 2000 aufgrund eines Schlaganfalls ins Krankenhaus eingewiesen worden waren. Diese Angaben verglichen sie mit dem Grad der Luftverschmutzung am jeweiligen Tag der Einlieferung, eine Woche davor und eine Woche danach.
Die Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen ansteigender Luftverschmutzung und dem vermehrten Auftreten von Schlaganfällen. “Schwebstoffe in der Luft und Stickstoffdioxid scheinen dabei die wichtigsten Schadstoffe zu sein”, erklärt Yang. Die Schadstoffe könnten Einfluss auf die Fließeigenschaften des Blutes, die Gefäße und das Herz haben, vermuten Experten. Der Effekt sei zudem an warmen Tagen mit Temperaturen über 20 Grad Celsius stärker, da auch Temperaturen das Blutkreislaufsystem beeinflussen können.
Bisherige Studien zeigen eine Verbindung zwischen Luftverschmutzung und durch Atemwegs- und Herzerkrankungen verursachten Todesfällen auf. Ergebnisse über den Effekt auf Schlaganfälle waren eher widersprüchlich. “Diese Studie liefert neue Beweise, dass eine hohe Luftverschmutzung auch das Risiko für einen Schlaganfall erhöht”, sagt Yang. Daher empfiehlt der Mediziner gefährdeten Personen, vor allem bei höheren Temperaturen kein Risiko einzugehen und einen Aufenthalt im Freien und damit Luftverschmutzung zu vermeiden.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





