Bei stillenden Müttern steigt rund um die Brustwarzen die Zahl der kleinen Erhebungen auf der Haut. Diese sogenannten Montgomery-Drüsen (Glandulae areolares) sondern immer wieder kleine Mengen eines Sekrets ab. Bisher hatten Mediziner angenommen, dass die Flüssigkeit die Brustwarzen während der Stillzeit schützen und geschmeidig halten soll. Doch in Wahrheit erfüllt das Sekret einen ganz anderen Zweck, wie französische Forscher um Benoist Schaal von der Université de Bourgogne in Dijon jetzt entdeckt haben: Es animiert das Baby durch seinen Geruch zum Saugen.
Das Team hatte zunächst bei 121 jungen Müttern die Montgomery-Drüsen gezählt. Dann untersuchten die Wissenschaftler, wie intensiv die Babys tranken und kontrollierten immer wieder deren Gewicht. Es zeigte sich, dass Säuglinge von Müttern, die mehr als neun Drüsen besaßen, „genussvoller” saugten und schneller an Gewicht zunahmen als die von Müttern mit weniger Drüsen.
Jetzt wollen die Wissenschaftler versuchen, das appetitweckende Sekret zu synthetisieren. Es könnte helfen, Frühchen von der Ernährungssonde auf das Fläschchen umsteigen zu lassen, um so ihre Mundmuskulatur zu trainieren.





