Ein kleines Loch im Herzen kann Migräne auslösen. Das berichten britische Mediziner in der Fachzeitschrift Clinical Science (Bd. 100, S. 215). Die Chirurgen vom Königlichen Krankenhaus Shrewsbury schlossen bei 16 Migräne-Patienten das Loch und minderten damit bei 15 die Kopfschmerzen deutlich, meldet das Wissenschaftsmagazin “New Scientist”.
Das Loch stammt noch aus der Embryonalzeit. Im Mutterleib erlaubt eine Öffnung der Herzscheidewand des Ungeborenen, dass das Blut an der Lunge vorbeifließt. Beim ersten Atemzug des Babys sollte sich das Loch dann schließen. Das gelingt bei jedem Vierten jedoch nur teilweise. Wie häufig diese Löcher allerdings zu Migräne führen, weiß Forschungsleiter Peter Wilmshurst noch nicht.
Besonders bei Tauchern macht sich das Loch bemerkbar. Luftbläschen, die in den Venen beim Auftauchen entstehen, werden normalerweise von der Lunge herausgefiltert. Durch das Loch können die Bläschen jedoch direkt in die Arterien gelangen und so feine Adern im Gehirn blockieren.
Vor einigen Jahren entdeckte Wilmshurst, dass viele Taucher, die besonders empfindlich für diese Dekompressionskrankheit sind, Löcher im Herz haben. Ein Viertel dieser Taucher, deren Löcher größer als ein Zentimeter waren, litten außerdem an einer schweren Form von Migräne. Vor den Kopfschmerzattacken bekamen sie Seh- und Sprachstörungen und ein verändertes Hautgefühl.
Insgesamt 16 der Taucher ließen sich jetzt mit einem Herzkatheter operieren. Dabei verschwand bei sieben die Migräne völlig, bei weiteren acht Patienten besserte sie sich deutlich, berichtet Wilmshurst.
Marianne Diehl





